Hardangervidda, ganz oben

 

Heute sollte es eine Wanderung auf der Hardangervidda werden. So fuhren wir zur Dyranut Touristenhytte, mit 1.246 m ü.d.M. der höchste Punkt an der Rv 7. Wir wollten von dort zur Bjoreidalshytta laufen (bewirtschaftet) und anschließend wieder zurück. Es war strahlender Sonnenschein. Auf der Hochebene angekommen, wehte ein eiskalter Wind. Wir hatten zwar unsere Fleecejacken und den Winterparka an, doch zum laufen war es einfach zu kalt. Medima gab es hier leider nicht zu kaufen. So entschlossen wir uns, ca. 160 m tiefer den Weg zur Kjeldebu Hytta anzutreten. Der war zwar eine Stunde länger, doch bis dorthin zu kommen war nicht unser Ziel. Unseren Entschluss sollten wir nicht bereuen, wie sich später herausstellte.

 

 

Wir hatten unsere Bergschuhe an und das war auch gut so. Der Pfad zur Hytta war ohne Karte nicht zu finden. Zwar war dort an der Straße ein Parkplatz eingezeichnet, doch am Wegesrand war kein Schild zu sehen. Dank Karte und Kompass hatten wir den "Pfad" dann dennoch gefunden. Wir gingen los und nach ca. 100 Metern war die Markierung da. Das rote "T" war leicht auszumachen. Alle 100 Meter war ein kleiner Steinhaufen, der uns den weiteren Weg wies. Nach ca. einer halbe Stunde begleitete uns linkerhand der Hardangerjøkulen in seiner vollen Pracht. Ein weiterer Gletscher, der sich zwischen 1.660 und 1.860 Metern Höhe auf der Vidda ausdehnte. Es ging über Moos und Flechten, so wie wir uns das hier immer vorgestellt hatten. Leicht bergauf und mal bergab schlängelte sich der Pfad durch das Moor. Da wir auf dem Weg bleiben wollten, sanken wir natürlich auch des öfteren ein. Die Schuhe bewahrten uns vor Schlimmeren. Wir mussten durch Bäche und fanden auch Holzbohlen, die wir benutzen konnten, na ja, was man so Bohlen nennen konnte. Die Aussicht war ganz einfach hervorragend.

 

Unsere Hunde konnten endlich einmal frei laufen und nutzen dies auch ausgiebig aus. Sie spielten den ganzen Weg miteinander, wie Boxer halt so spielen. Die Wörter Nässe, Moor, Geflecht und Schnee waren ihnen fremd. Ich glaube sie legten in der Zeit den vierfachen unseres Weges zurück. Auf der hälfte der Strecke angekommen machten wir Rast. Dann kehrten wir zurück, denn die Hytte wollten wir sowieso nie erreichen. Nach unserer Rückkehr fuhren wir nochmals zur Dyranut hinauf.

 

Der Unterschied war ganz klar. Währen die Landschaft hier oben noch karger, dafür aber ebener und weitläufiger war, entschädigte uns weiter unten die Schneereste, die Vielfalt der Vegetation und ganz einfach das andere Gelände mit dem dauerhaften Blick auf den Gletscher um ein Vielfaches.

 

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